Samstag, 1. November 2014

*Es war einmal......

im November. Heute vor einem Jahr fand die Trauerfeier für meine Mutter hier bei uns Zuhause statt. Es war nebelig und relativ kalt an diesem Tag, ganz im Gegensatz zu heute. Ich dachte, ich würde heute sehr traurig sein. Aber das Wetter ließ es einfach nicht zu, und meine Tätigkeit diesen Kinderstuhl zu restaurieren lenkte mich auch von trüben Gedanken ab. Mich hat der Tod meiner Mutter sehr viel gelehrt. Fakt ist, dass kein Mensch aus meiner oder der sozialen Umgebung meiner Mutter (bis auf wenige Ausnahmen) mich in diesem einen Jahr gefragt hat, wie es mir geht, wie ich mit dem Tod meiner Mutter klarkomme. Alles ging einfach weiterweiterweiter. Der Mensch, der tot ist und die dazugehören einfach ausradiert. Ich spüre sogar wie ich gemieden werde, wenn ich ehemalig "Vertrauten" meiner Mutter begegne. Einigen Menschen werde ich ihr Verhalten niemals verzeihen, weil es vorsätzlich war, andere können halt nicht anders - warum auch immer. Dafür bin ich jetzt um eine Erkenntnis reicher.....

Du magst denjenigen vergessen mit dem du gelacht hast, aber nie denjenigen, mit dem du geweint hast.


Khalil Gibran

Kommentare:

  1. Oft ist es pure Unsicherheit oder vielleicht auch eigene Trauer...
    Dein Stuhl ist wieder Zucker geworden und einen dicken Sonnenstrahl hat bestimmt deine Mama geschickt.
    Liebe Grüße
    Grit

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  2. Das, was du da über deine Erfahrungen im Umgang mit Trauer schreibst, macht mich traurig. Aber es entspricht wohl den Tatsachen. Dabei ist es menschlich eine Bereicherung, auch traurig sein zu können. Seither kann ich mich viel mehr des Lebens freuen.-
    Dein Stuhl gefällt mir a) als ehemalige Lehrerin b) als ehemaliges Schneewitchen.
    Alles Liebe!
    Astrid

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  3. Es tut mir wirklich leid, dass dich das Verhalten deiner Mitmenschen so traurig macht, aber ich glaube fest, dass es keinem dieser Menschen an Interesse, Wertschätzung, Mitgefühl oder Trauer über den Verlust fehlt, sondern vielmehr ist es die große Unsicherheit und auch Angst mit dem Thema Tod umzugehen. Sich diesem Thema zu stellen, bedeutet meist auch, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen und das schafft nicht jeder. Deshalb gehen manche, als eine Art Flucht, schnell wieder zur Tagesordnung über. Wirklich nicht nett, aber vielleicht doch zu verzeihen?
    Herzliche Grüße
    Petra

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  4. Ganz so stimmt das nicht. Ich zB habe mich oft gefragt wie es dir geht, habe allerdings nie geschrieben und nachgefragt. Zum Einen, weil ich als "nur Mitleserin" nicht weiss wie dein Befinden gerade ist und ich daher unsicher war ob dir meine Worte ueberhaupt gut tun oder aber sogar schaden wuerden (Das will man ja auch nicht.). Zum Anderen, ich bin dir frend, weiss nicht ob du meine Gedanken lesen willst. Ich finde es sehr oft unverschaemt welchen "Muell" die Leute Bloggern gegenueber aeussern. Darum glaube ich, dass Menschen die dir nahe stehen oder aber auch deiner Mutter (wahrscheinlich noch immer) nahe stehen, diese Bedenken noch viel mehr haben.
    Trauern ist sehr persoenlich und leider ist unsere Zeit sehr unpersoenlich geworden.
    Druecke dich ganz fest - Tina

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    1. Liebe Tina,
      ich meinte natürlich niemanden aus der Bloggerwelt. Das habe ich nie erwartet, dass ich eine Resonanz zu meinem Geschriebenen bekomme, egal um welchen Inhalt es sich handelt. Und ich bin ich immer wieder total überrascht, wieviele von euch nun doch an den Inhalten meiner posts teilhaben, womit man natürlich auch rechnen muß. Vielleicht ist es naiv, soviel hier preiszugeben, aber für mich ist es auch ein Stück Therapie zu gegebener über Zeit Dinge zu schreiben, die mich beschäftigen. Umso schöner, wenn man Menschen damit erreicht, und das habe ich letztes Jahr sehr intensiv erfahren, als meine Mutter gestorben ist, die mitfühlen können, egal ob fremd oder bekannt. Danke für deine Gedanken.......*

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